Kurz vor Beginn der bayerischen Faschingsferien wird ein zweitägiger Warnstreik den Betrieb am Münchner Flughafen durcheinander bringen. Die Auswirkungen werden international zu spüren sein.
Wegen eines zweitägigen Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi werden am Münchner Flughafen am Donnerstag und Freitag voraussichtlich viele Flüge ausfallen. Die Flughafengesellschaft FMG erwartet erhebliche Auswirkungen auf den Flugbetrieb, wie ein Sprecher mitteilte. „Passagiere müssen sich auf einen stark reduzierten Flugplan und Verspätungen einstellen.“ Geschlossen werden soll der Flughafen jedoch nicht.
Genaueres noch nicht absehbar
Eigentlich waren an beiden Tagen am zweitgrößten deutschen Flughafen jeweils rund 830 Starts und Landungen geplant. Der Warnstreik soll am Donnerstag um 24 Uhr beginnen und am Freitag um 24 Uhr enden. Wie viele Flüge ausfallen werden, stand zunächst noch nicht fest. Der Samstag ist der erste Tag der bayerischen Faschingsferien.
Tarifrunde im öffentlichen Dienst schlägt auf Flugverkehr durch
Die Fluggesellschaften sind an der laufenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst gar nicht beteiligt, werden nun jedoch in Mitleidenschaft gezogen. Verdi hat die im öffentlichen Dienst beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Flughafens sowie die Bodenverkehrsdienste zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.
Damit will die Gewerkschaft den Druck auf Kommunen und Bund erhöhen. Die Gewerkschaften wollen ein Lohnplus von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro monatlich durchsetzen. Außerdem wollen die Gewerkschaften drei zusätzliche freie Tage aushandeln.
Lufthansa rechnet mit weitreichenden Streichungen
Wichtigste Fluggesellschaft in München ist die Lufthansa. Die bayerische Landeshauptstadt ist neben Frankfurt eines der beiden Drehkreuze des Unternehmens für den weltweiten Flugverkehr. „Es wird an beiden Tagen zu Verspätungen und weitreichenden Streichungen auf allen Flügen der Lufthansa Group Airlines von und nach München kommen“, sagte eine Sprecherin. „Ziel ist es, am Samstag nach Streikende möglichst schnell zu einem stabilen Flugplan zurückkehren zu können.“
Das Unternehmen hat einen Sonderflugplan aufgestellt. Die Lufthansa sei nicht Tarifpartner in dieser Auseinandersetzung, sondern wie viele andere Airlines auch Betroffene.
Appell an Passagiere: Vorab informieren
Der Flughafen appelliert an die Passagiere, sich vorab über den Status ihrer geplanten Flüge zu informieren. Die Lufthansa will die betroffenen Passagiere kontaktieren und bietet kostenlose Umbuchung oder Stornierung an. (dpa)