In einer Klinik in Kelheim stirbt 2021 eine Krankenschwester während der Schicht. Deswegen steht ein Arzt vor Gericht. Jetzt sind die Plädoyers gehalten worden.

Im Prozess um den Tod einer Krankenschwester Ende 2021 während ihrer Schicht in einem Krankenhaus in Kelheim hält die Staatsanwaltschaft einen Arzt für schuldig. Vor dem Landgericht Regensburg legte der Ankläger dem 51-Jährigen Aussetzen mit Todesfolge zur Last und forderte eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten.
Der Verteidiger plädierte auf Freispruch und sagte: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir keine Grundlage für eine Verurteilung haben.“ Das Urteil soll am 11. April gesprochen werden.
Laut Anklage verabreichte der Arzt der Krankenschwester die Medikamente Propofol und Ketamin, da es ihr nachts aufgrund einer Migräneattacke schlecht ging und sie sich hingelegt hatte. Der Arzt soll die Frau danach nicht überwachen lassen haben. Die Kombinationswirkung verschiedener Medikamente führte laut Gutachter zum Tod der 23-Jährigen. Sie hatte zuvor bereits andere Mittel eingenommen.
Den Zugang am Ellbogen legte der Schwester der Anklage nach eine Kollegin. Dies sei dort gang und gäbe gewesen. Am nächsten Morgen entdeckte eine weitere Kollegin die Tote. (dpa/lby)