Für das milliardenschwere und mit massiven Verzögerungen kämpfende Projekt steht der nächste Tunnelabschnitt an. Nun ist klar, wer den Rohbau in München übernimmt – und wann er beginnen soll.
Mit einem Auftrag über hunderte Millionen Euro geht der Bau der zweiten Stammstrecke in München auf die nächste Etappe. Ab Juni sollen die Arbeiten beginnen, zu denen der Rohbau einer mehrere Kilometer langen Tunnelröhre vom Marienhof in der Innenstadt zum Ostbahnhof auf der anderen Isarseite gehört, wie der Schweizer Konzern Implenia meldet. Das Unternehmen hat zusammen mit Hochtief den Auftrag erhalten, dessen Volumen im hohen dreistelligen Millionenbereich liegt.
Die Planung sieht vor, dass die Arbeiten bis Mai 2033 abgeschlossen werden. Insgesamt umfasst der Auftrag die Rohbauten für zwei Verkehrstunnel und einen Rettungsstollen, den Tiefbahnhof München-Ost, acht Verbindungsbauwerke zwischen den Streckentunneln, ein Abzweigbauwerk, mehrere Stollen und Schächte sowie eine neue Gleisunterführung im Ostbahnhof.
Riesige Tunnelbohrmaschinen
„Die zweite Stammstrecke erreicht eine neue Phase. Wir können nun endlich im gesamten Innenstadtbereich bauen“, heißt es von der Bahn. „Im Osten werden sich drei große Tunnelbohrmaschinen wie gigantische Maulwürfe durch das Erdreich graben und so die Grundlage für einen besseren ÖPNV schaffen.“ Die Maschinen mit einem Durchmesser von bis zu 8,70 Metern sollen sich ab 2027 auf einer Strecke von rund 2,9 Kilometern durch den Untergrund graben. Der reine Tunnelvortrieb im Ostabschnitt soll zwei Jahre dauern.
Die zweite Stammstrecke soll den S-Bahn-Verkehr in der Münchner Innenstadt verbessern. Sie soll auf rund zehn Kilometern und in bis zu 48 Metern Tiefe zwischen den Haltestellen Laim und Leuchtenbergring entstehen. In diesem Bereich entstehen fünf neue Bahnhöfe. Nach aktueller Planung der Bahn soll das Projekt zwischen 2035 und 2037 fertiggestellt werden. Das Projekt läuft seit Jahren und ist immer wieder von Verzögerungen und teils extremen Preissteigerungen betroffen. (dpa/lby)